Rosetta


Die europäische Kometensonde Rosetta wird nicht - wie ursprünglich vorgesehen - im Januar 2003 zum Kometen Wirtanen starten. Grund sind Probleme, die Anfang Dezember 2002 beim Start einer Ariane-5 Rakete aufgetreten waren. Nun sieht man die Startverschiebung bei der europäischen Weltraumagentur ESA inzwischen als neue Herausforderung. Ein neues Ziel für Rosetta soll bis Mai gefunden sein. Die Kosten für die Startverschiebung belaufen sich nach ESA-Angaben auf 50 bis 100 Millionen Euro.

Im Mai 2003 soll vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou aus die Raumsonde Rosetta zu einer abenteuerlichen interplanetaren Reise aufbrechen. Die Europarakete Ariane 5 wird Rosetta mit dem Ziel Komet Wirtanen ins All befördern. In knapp zehn Jahren soll erstmals ein Raumfahrzeug auf einem Kometen landen.
Der Flug ist kompliziert und dauert mehrere Jahre. Erst im November 2011 wird Rosetta Wirtanen erreichen. Dann schwenkt sie in eine Umlaufbahn ein und wird den Brocken aus Eis und Gestein über ein Jahr lang in rund einem Kilometer Höhe umkreisen und spektakuläre Fotos zur Erde senden. Sie werden zeigen, ob die Regisseure recht hatten, als sie in dem Film "Armageddon" einen Kometen als wild zerklüfteten Himmelskörper darstellten, auf dem nadelspitze Felsen in den schwarzen Himmel ragen.


Einige Monate nach der Ankunft kommt es zu einem weiteren Höhepunkt. Wenn Spezialisten ein geeignetes Terrain gefunden haben, wird von Rosetta eine kleine Sonde abgestoßen, die sanft auf der Oberfläche landen soll. Sobald sie den Boden berührt, schießen an Seilen befestigte Harpunen aus dem Gerät heraus, um es standfest zu verankern. Mit einem Bohrer wird der Rosetta-Lander Bodenproben nehmen und analysieren. Außerdem soll eine Kamera Panoramabilder von dieser unbekannten Welt schießen.


Für die Planetenforscher ist diese Mission so etwas wie eine Reise in die Urzeit des Sonnensystems. Anders als beim Planeten Erde, wo Tektonik und Erosion das Gestein ständig verändert haben, ist das Material im Innern der eiskalten Kometen seit ihrer Entstehung vor 4,6 Milliarden Jahren unverändert geblieben. Die Schweifsterne sind gewissermaßen tiefgefrorene Archive aus der Urzeit des Sonnensystems.
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